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Red Dead Redemption

Red Dead Redemption ist ein von Rockstar Games San Diego entwickeltes Open-World-Spiel für die Spielekonsolen Xbox 360 und PlayStation 3, das am 18. Mai in Nordamerika und am 21. Mai 2010 weltweit erschien.

Ende Oktober 2014 wurde bekannt gegeben, dass im Frühjahr 2015 eine Remastered-Version für die Spielkonsolen PlayStation 4 und Xbox One herauskommen soll, die zudem grafisch etwas überholt worden sein soll. Zudem soll im Herbst 2017 Red Dead Redemption 2 für die Spielkonsolen PlayStation 4 und Xbox One erscheinen.

Red Dead Redemption gilt als die Fortführung der Spiele-Evolution nach Grand Theft Auto und Red Dead Revolver von Rockstar Games.

Entwicklung

Das Spiel befand sich seit 2004 in Entwicklung und war laut Rockstar Logo-Mitbegründer und heutigem Art Director Dan Houser „ein wahrer Albtraum“. In einem im April 2010 mit der Webseite „nowgamer.com“ geführten Interview sagte Houser:

Technisch gesehen war es ein kompletter Alptraum, weil wir so viele lebendige Dinge umgesetzt haben, um genau das Spiel zu erschaffen, das wir wollten, sowas bringt massive Kopfschmerzen mit sich, bis es endlich Spaß macht und gut aussieht: eine fantastische Feuergefecht-Physik, wunderschöne Pferde, Lassos, Kutschen mit so vielen beweglichen Teilen, Tiere und so weiter.

Damit das Spiel Spaß macht, es einnehmend ist und all das bietet, was wir uns erhofften, wie es sein könnte, mussten wir eine große Breite von klassischen Wild-West-Elementen einbauen: Verfahrene Situationen, Duelle, Kampfszenen auf Kutschen, Schiessereien auf Zügen, Überfälle, Kopfgeldjagd und so weiter. Das ist die Stärke des Spiels, aber die nahtlose Umsetzung in einer riesigen offenen Welt war eine große Herausforderung.

Mit dem Spiel wolle man dem Spieler, so Houser weiter, wirklich die Chance geben, sich in die Handlungszeit 1911 zurückzuversetzen. Dafür mussten geeignete Synchronsprecher herangezogen und die damalige Lebensart genau anaylisiert werden.[1] Laut diversen Quellen kostete die Produktion des Spiels vor allem durch die zahlreichen verschiedenen Sprecherrollen ungewöhnlich viel: Einige Magazine sprachen von bis zu 100 Millionen Dollar, was etwa dem Preis für die Entwicklung von Grand Theft Auto IV zwei Jahre zuvor entsprechen würde.[2] Die Kosten wurden vonRockstar Logo nie offiziell bestätgt.

Trotz, oder gerade wegen, der hohen Kosten war kurz vor der Veröffentlichung von unzumutbaren Arbeitsbedingungen bei Rockstar San Diego die Rede. Das US-Magazin joystiq.com berichtete so unter anderem von falschen Versprechungen und steigender Frustration aufgrund von ausgedehnten Arbeitszeiten an vorgeschriebenen Samstagen. Außerdem besäße das Studio eine große Angst, der Erfolg des Spiels würde niemals an die Kosten und die Dauer der Produktion heranreichen.[3]

Diese Sorgen waren letztendlich jedoch unbegründet, denn bereits in der ersten Woche nach der Veröffentlichung wurde das Spiel 1,45 Millionen Mal[4] verkauft, im September 2010 lag die Zahl der verkauften Exemplare bereits bei 12,5 Millionen.[5]

Handlung

New Austin

First-Look-Red-Dead-Redemption

John Marston, der Held des Spiels

New austin

Blick über die Spielwelt

Gatling gun

John mit einer der stärksten Waffen im Spiel: einer Gatling Gun

Wapiti

Ein Wapiti, hinten ist ein Hirsch zu sehen

Das Spiel spielt zum größten Teil im Jahr 1911 in Amerika. Dort versucht der gerade mit der Fähre im Bundesstaat West Elizabeth angekommende ehemalige Outlaw John Marston, seine ehemaligen Ganggefährten aufzuspüren, um diese dem korrupten Regierungsmitarbeiter Edgar Ross zu übergeben, der Johns Familie festhält.

Nach einer Zugfahrt zu Beginn des Spiels, die Marston in die kleine Stadt Armadillo in New Austin bringt, macht dieser sich sofort mit einem Fremdenführer namens Jake auf den Weg nach Fort Mercer, ein nahes ehemaliges Militärfort, in welchem sich Bill Williamson, Johns erstes Ziel, versteckt halten soll. Am Fort angekommen, wird John nach einem kurzen Dialog mit Williamson von diesem angeschossen und von der Ranchertochter Bonnie MacFarlane und ihrem Gehilfen Amos auf die Farm ihres Vaters gebracht, auf der er versorgt wird.

Auf der Farm erledigt John anfangs kleinere Aufträge wie das Hüten von Vieh und das Erledigen von Kojoten und Kaninchen, ehe er nach einer erneuten Reise nach Armadillo den Marshal des Ortes, Leigh Johnson, kennenlernt. Auch für diesen erledigt Marston mehrere, diesmal allerdings deutlich actiongeladenere, Missionen, die den Marshal dazu bringen, John bei der Jagd nach seinen ehemaligen Gefährten zu unterstützen. Dazu solle John weitere Personen in New Austin aufsuchen, die ihm unter anderem bei der Beschaffung einer Gatling Gun für einen geplanen Überfall auf Fort Mercer helfen könnten.

Auf diesen Rat hin sucht John den fahrenden Händler Nigel West Dickens auf, für den er ebenfalls mehrere Missionen erledigt, die jedoch statt mit viel Geld in der Tasche häufig in Schießereien auf den Quacksalber enden. Nach einiger Zeit freundet ihr euch auch mit West Dickens einigermaßen gut an und er wird euch seine Kutsche für den Angriff zur Verfügung stellen. Nun sollt ihr euch auf den Weg zu Seth Briars, einem verrückten Grabschänder machen, der sich häufig bei der Kirche nahe Armadillo aufhält und euch ebenfalls beim geplanten Angriff auf Bill Williamson und seine Gang behilflich sein könnte.

Bei Coot’s Chapel angekommen, werdet ihr skeptisch von Seth empfangen, dann jedoch sofort um mehrere Gefallen gebeten. Erledigt auch diese und Seth stellt sich euch als Lockvogel für die Bande zur Verfügung. Begebt euch nach Seth’ letzter Mission nach Armadillo und sucht West Dickens’ weiteren Freund namens Irish, der euch bei der Hilfe nach der wichtigen Gatling Gun helfen wird.

Diese findet ihr nach einem Fehlversuch doch noch in der Mine in Gaptooth Breach und startet dann den Überfall: John versteckt sich mit der Gatling Gun im Heck von West Dickens’ Kutsche, während Seth sich im Fort befindet, um die Banditen beisammen zu halten. Während des Überfalls, den ihr durch die geschickte Strategie des trojanischen Pferdes über die Bühne bringen könnt, legt ihr die gesamte Bande von Williamson um. Nur eine Person erwischt ihr dabei nicht: Williamson selbst. Durch einen Überlebenden erfahrt ihr, dass dieser kurz zuvor nach Nuevo Paraiso, einen mexikanischen Bundesstaat direkt an der Grenze zu den Vereinigten Staaten, geflüchtet ist. Daraufhin bietet euch Irish an, euch mit einem Floß über den San Luis River nach Mexiko zu bringen.

Nuevo Paraiso

In Mexiko angekommen, unterstützt Marston die lokale Regierung, indem er Sabotageakte mexikanischer Rebellen verhindert. Marston erfährt, dass sich Bill Williamson bei Javier Escuella, einem weiteren ehemaligen Bandenmitglied, versteckt hält. Auf der Suche nach Hinweisen für deren Versteck erledigt Marston Aufträge für die Regierung und für die Rebellen.

Schließlich ist Marston maßgeblich an dem Umsturz des lokalen und korrupten mexikanischen Machthabers Colonel Allende beteiligt, währenddessen er auch seine ehemaligen Bandenmitglieder Williamson und Escuella töten kann. Marston glaubt nun, den Auftrag der amerikanischen Bundesbehörde erledigt zu haben und dadurch seine Familie wiederzubekommen.

West Elizabeth

Er macht sich auf den Weg in die Stadt Blackwater, doch anstatt seine Familie wiederzusehen, wird Marston nun dazu gezwungen, Dutch Van Der Linde, den Anführer der ehemaligen Bande Marstons, zu töten. Nachdem er auch Dutch inklusive seiner Bande beseitigt hat, darf er wieder zu seiner Familie und ein neues Leben als Farmer beginnen. Nach einigen Tagen mit seiner Frau und seinem Sohn erscheinen jedoch Soldaten, um ihn zu töten. Nachdem John seine Frau und seinen Sohn in Sicherheit gebracht hat, ist er umzingelt und wird erschossen. Von hier an übernimmt der Spieler die Rolle von Johns Sohn Jack Marston.

Nachdem John begraben wurde, sind drei Jahre vergangen und Jack ist zu einem Mann gereift und ein ähnlicher Revolverheld wie einst sein Vater. Am Bahnhof von Blackwater erfährt er durch einen Bundesagenten, dass Edgar Ross, der einst die Ermordung John Marstons befahl, sich zur Ruhe gesetzt hat und mit seiner Frau an einem ruhigen Ort lebt. Jack findet schließlich Edgar Ross und tötet ihn in einem letzten Duell.

Spielweise

Das Gameplay des Spiels lebt vor allem von seiner weitläufigen Spielwelt. In dieser befinden sich zahlreiche Orte, die der Spieler in der Third-Person-Ansicht mit dem Pferd, mit Kutschen, Karren oder der Eisenbahn bereisen kann. An manchen Orten trifft der Spieler auf Personen, die ihm außerhalb von Hauptmissionen kleinere Aufgaben erteilen oder ihm Dinge in ihren Geschäften verkaufen.

Außerhalb von bewohnten Orten existieren zahlreiche Wildtiere, die vom Spieler erlegt werden können. Danach lassen sich die Tiere Häuten und ihre Erträge gegen Geld in den Städten verkaufen. Die verschiedenen Tierarten treten abhängig von der Umgebung auf. Während es beispielsweise in den verschneiten Gegenden West Elizabeth’ keine Kojoten gibt, kommen diese in Cholla Springs überdurchschnittlich oft vor. Ähnlich verhält sich dies mit Stinktieren (fast nur in Nuevo Paraiso und New Austin anzutreffen) und Bären oder Wapitis, die nur in West Elizabeth vorkommen.

Neben dem Einzelspielerteil des Spiels existiert zudem ein umfangreicher Mehrspielerbereich, der über das PlayStation Network oder Xbox Live genutzt werden kann. In diesem Teil hat der Spieler die Möglichkeit, verschiedene Charaktere und Modi zu spielen und durch Herausforderungen seine Punkteanzahl zu erhöhen, um neue Charaktere, Reittiere und Waffen freizuspielen. Den zentralen Teil des Multiplayers bildet der Freie Modus. In diesem können mehrere Spieler gemeinsam losziehen und die Welt von Red Dead Redemption zusammen erkunden und Aufgaben wie das Meistern von Bandenverstecken lösen oder auf die Jagd gehen.

Kampf

Schusswechsel und Verfolgungsjagden sind Hauptbestandteile des Spiels. Der Spieler kann hinter verschiedenen Gegenständen Deckung nehmen, Personen anvisieren, blind oder gezielt feuern. In Red Dead Redemption stehen dem Spieler verschiedene Waffen zur Verfügung. Dazu gehören Schrotflinten, Kanonen, Gatling-Gewehre, Revolver, Messer, Sprengstoff oder ein Lasso.

Im Kampf kann John Marston Gegner mit der Dead-Eye-Zielvorrichtung ausschalten. Diese erlaubt dem Spieler, für eine kurze Zeit die Geschwindigkeit des Spielablaufs zu verlangsamen, um dann einen oder mehrere Zielpunkte auf einzelnen oder mehreren Gegnern zu platzieren. Anschließend werden markierte Ziele automatisch unter Beschuss genommen.

Bonus und Versionen

Für Red Dead Redemption wurden verschiedene Versionen entwickelt, welche sich im Groben aber nicht von einander unterscheiden.

Kunden, die ihr Spiel bei Amazon vorbestellt haben, erhalten als Bonus goldene Waffen, welche es dem Spieler erlauben, mehr Bonusmissionen freizuschalten und Gegner schneller zu erledigen. Hat der Kunde den Titel bei Saturn vorbestellt, erhält dieser ein einzigartiges Pferd, welches schneller, ausdauernder und zäher ist als andere. Für die Vorbesteller bei GameStop steht das Eiskalter-Revolverheld-Outfit, welches die Dead-Eye-Anzeige zweimal so schnell auflädt wie gewöhnlich, zur Verfügung.

Alle drei Boni sind in der Limited Edition des Spiels enthalten. Ebenfalls ist ein Download-Code für den Soundtrack des Spiels im MP3-Format enthalten.

In der Neuauflage, die am 26. November erschienen ist, sind alle diese Besonderheiten enhalten.

Kritiken und Rezeption

Red Dead Redemption wurde von allen Spielemagazinen und Webseiten mit diesem Thema positiv bewertet. So erhielt das Spiel von Spieletipps die überdurchschnittliche Wertung von 93 von 99 möglichen Punkten. Neben den zahlreichen Pluspunkten wie der genialen Western-Welt, der mitreißenden Story und der genialen Grafik wurden bei der Endwertung ausschließlich das etwas angestaubte Deckungssystem, bei dem es manchmal etwas zu lange dauert, die Deckung zu wechseln, und die fehlende Möglichkeit, die Handlung mit eigenen Entscheidungen zu beeinflussen, bemängelt. Außerdem wurde die zeitweise etwas dumme KI beanstandet.[6]

Auch von GamePro erhielt das Spiel eine überdurchschnittlich hohe Bewertung von 95 Gesamtpunkten. Hier wurden in etwa die selben Punkte wie von Spieletipps für gut befunden und unter anderem bemängelt, dass es einzig eine englische Sprachausgabe gibt und die Musik sich auf Dauer wiederholt.[7]

Die offiziellen, von Rockstar Logo ausgewählten Kritiken stammen unter anderem von Eurogamer und 360 Live beziehungsweise PS3M. Sie lassen „Grenzenlose Freiheit, packende Missionen, schweisstreibende Action.“ (360 Live/PS3M) und „Wild, spannend, dreckig und gewaltig. Red Dead Redemption ist schon jetzt ein atmosphärisches Juwel, das seinesgleichen sucht.“ (Eurogamer) verlauten. Auf der Innenhülle der Limited Edition ist außerdem die Bewertung von Gamepro zu sehen. Sie lässt „Es spielt sich, wie es aussieht: Absolut fantastisch.“ verlauten.

Der Metascore des Spiels liegt bei 95 Prozent.

Trivia

  • Red Dead Redemption bedeutet auf deutsch so viel wie „Die Rote Erlösung“, die „Erlösung“ steht hier im übertragenen Sinne für den Tod.
  • Mehrere Szenen aus dem Fernsehprogramm von Grand Theft Auto V zeigen Szenarien aus Red Dead Redemption.

Einzelnachweise

  1. Bericht bei rdrvision.com
  2. Bericht bei pcgameshardware.de
  3. Bericht bei videogameszone.de
  4. Bericht bei justnetwork.eu
  5. Bericht auf gtanext.de
  6. Test bei spieletipps.de
  7. Wertung bei gamepro.de

Weblinks

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